Escrow-Disputes: Einreichen, Nachweise, Entscheidung
Wie Käufer oder Verkäufer einen Dispute einreichen, wie Nachweise pro Partei getrennt bleiben und wie Compliance Entscheidung und Settlement-Auswirkung festhält.
Die meisten Escrow-Abläufe schließen sauber ab: Deposit → Versand → Annahme → Freigabe. Disputes sind die Fälle, in denen eine Seite bestreitet, was angekommen ist, was versendet wurde oder wie die Transaktion abgewickelt werden soll. Der Dispute-Flow hält diese Diskussion strukturiert, statt sie in einer später kaum rekonstruierbaren E-Mail-Kette zu verlieren.
Einreichen
Käufer oder Verkäufer reichen den Dispute auf der Escrow-Detailseite ein, solange die Gelder gehalten werden. Das Formular erfasst Claim-Typ, konkrete Beschreibung und bereits erzeugte Nachweispakete zur Transaktion. Das Einreichen pausiert Auto-Release sofort: Gelder bleiben gehalten, solange der Dispute offen ist.
Nachweis-Zeitachse
Jeder Dispute hat eine parteigebundene Nachweis-Zeitachse. Der erste Claim wird zuerst erfasst. Nachweise des Einreichers werden als Käufer- oder Verkäufernachweis markiert. Die Antwort der Gegenpartei wird Gegennachweis. Zusätzliche Uploads, Prüfernotizen, finale Entscheidung und Settlement-Auswirkung sind separate Einträge mit eigenem Zeitstempel und Quellrolle.
Quelllinks und Downloads
Nachweiseinträge verlinken auf ihre Quellrecords, zum Beispiel ein Nachweispaket oder hochgeladenes Dokument. Downloads laufen weiterhin über signierte Links und Audit-Logging. Für compliance-kritischen Dokument- und Nachweiszugriff gilt fail-closed: Wenn das Access-Event nicht geloggt werden kann, soll der Download nicht als erfolgreich gelten.
Prüfung
Ein ReVend-Compliance-Officer prüft Claim, Käufernachweise, Verkäufer-Gegennachweise, Escrow-Kontext, Outbound-Historie und Eventlog. Prüfernotizen können der Zeitachse hinzugefügt werden, ohne die Aussage einer Partei zu überschreiben.
Entscheidung
Für Escrow-Disputes gibt es drei finanzielle Ergebnisse: Release an den Verkäufer, Refund an den Käufer oder Split zwischen beiden Seiten. Die Entscheidung schreibt einen Zeitachsen-Eintrag und, wenn Geld bewegt wird, einen Settlement-Impact-Eintrag mit Verkäuferfreigabe und Käuferrückzahlung. Danach wechselt die Escrow-Zeile zu released, refunded oder split.
Non-Escrow-Disputes
Waived Market Deals und bestimmte Auction-Lot-Fälle können weiterhin einen formalen Dispute ohne Geldfluss haben. Die Ergebnisse sind acknowledged, agreed remediation oder rejected. Sie beeinflussen Trust Attribution, aber es bewegt sich kein Escrow-Geld.
Mediation versus Support
Supporttickets können operative Fragen klären und Kontext ergänzen, sind aber nicht die Dispute-Fallakte. Eine spätere Mediation per Chat bräuchte Regeln für Nachrichtensichtbarkeit, Fristen, Settlement-Angebote, Transcript-Retention und klare Umwandlung in eine formale Entscheidung. Die Nachweis-Zeitachse ist im aktuellen Flow der maßgebliche Record.